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Pflege / Informationen für Angehörige

Umsetzung PSG II in Deutschland

Auf Grundlage des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes der Bundesregierung wird seit Januar 2017 der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff angewandt und damit die Pflegebedürftigkeit nach neuen Kriterien beurteilt. Im Vordergrund steht jetzt die Selbständigkeit und nicht mehr der Zeitaufwand. Wie gestaltet sich die jüngste Pflegerefom in Sachsen, fragen sich u.a. pflegende und beratend tätige Angehörige? Nach Angaben des MDK haben in 2017 knapp 55.000 Sachsen erstmals Pflegeleistungen in einem der nunmehr geltenden fünf Pflegegrade erhalten. In Sachsen sind in 2017 mehr als 102.000 Pflegebedürftige nach den neuen Kriterien begutachtet worden. "Politisch gewollt" gab es insbesondere in der ambulanten Pflege Verbesserungen, vorallem für Menschen mit Demenz und psychischen Störungen. Sie erhalten jetzt die gleichen Leistungen wie körperlich eingeschränkte Pflegebedürftige. Noch immer sind neue Angebote für die Pflegebedürftigen zu wenig bekannt. In der ambulanten Pflege werden 125,- € zur Unterstützung im Alltag gezahlt. Die finanziellen Mittel können u.a. für Hilfe im Haushalt genutzt werden. Dieser sog. Entlastungsbetrag wird bisher nur wenig beansprucht, obwohl ein formloser Antrag bei der Pflegekasse genügt! Diese Alltagsangebote dürfen allerdings nur von zugelassenen Dienstleistern, wie die Volkssolidarität, erbracht werden.
Die Pflegegesetzgebung geht nachwievor gänzlich an den realen Gegebenheiten in Deutschland vorbei. Dies wurde beim 1. Fachtag Pflegende Angehörige im November 2017 in Dresden neuerlich beklagt.

→ Weitere Infos u.a.: www.pflegestaerkungsgesetz.de | www.pflegenetz.sachsen.de

Zugang zu einem Pflegegrad

Zunächst muss einen Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Dieser ist Voraussetzung für einen Begutachtungstermin durch MA des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen). Tw. durch die Überlastung der MA kann es einige Wochen dauern, bis die Entscheidung der zuständigen Pflegekasse über den Pflegegrad vorliegt.

Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Auf dem 12. Deutschen Seniorentag in Dortmund forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dass Pflegekräfte für ihre wichtige Arbeit besser bezahlt werden. Gleichzeitig dürfen die Eigenanteile für die Betroffenen und ihre Familien nicht steigen. Die gemeinsame Interessenvertretung der Pflegebedürftigen fordert deshalb, dass Pflegegeld und Pflegesachleistungen jährlich angepasst werden müssen. Dabei dürfen nicht nur die Kaufkraft, sondern müssen insbesondere auch die notwendigen Lohnsteigerungen berücksichtigt werden. Eine weitere Forderung der BAGSO zur Entlastung von Familien ist es, eine Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit einzuführen, in der staatliche Lohnersatzleistungen bezahlt werden.
Bitte beachten Sie die gemeinsame Pressemitteilung der maßgeblichen Organisationen, die nach § 118 SGB XI die Interessen pflegebedürftiger und behinderter Menschen vertreten.

Pressemitteilung BAGSO vom 4. JUN 2018

Pflegeberatung

Seit Januar 2009 hat jeder Pflegebedürftige in Deutschland einen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung durch die Pflegekassen (Pflegeweiterentwicklungsgesetz). Diese erweiterte Pflegeberatung zielt darauf ab, den Pflegebedürftigen eine umfassende Unterstützung bei der Auswahl und Inanspruchnahme notwendiger Hilfe- und Pflegeleistungen zukommen zu lassen und auf die dazu erforderlichen Maßnahmen hinzuwirken.
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hat im Frühjahr 2018 eine Richtlinie vorgelegt, die die Rahmenbedingungen der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI festlegt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) fordert, dass mit der Richtlinie der Spielraum, den das Gesetz ermöglicht, voll ausgeschöpft wird. Nach Ansicht der BAGSO muss der Personenkreis, der Beratung in Anspruch nehmen kann, dringend weiter gefasst werden. Nicht nur Personen, die bereits einen Antrag auf Leistungen aus dem SGB XI gestellt haben, sollten Anspruch auf Beratung haben, sondern auch diejenigen, bei denen eine Pflegesituation absehbar ist. Gerade am Anfang einer Pflegebedürftigkeit stellen sich den Betroffenen zahlreiche Fragen. Es müssen frühzeitig breite Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung stehen, um häusliche Pflegesituationen angemessen vorbereiten zu können – beispielsweise bei einer Entlassung aus dem Krankenhaus oder einer Rehabilitation. Entsprechend des Versorgungsziels "ambulant vor stationär", muss alles dafür getan werden, dass die Bedürfnisse der betroffenen Familien nach Beratung berücksichtigt werden. Eine wichtige Chance der Neuregelung wird nach Ansicht der BAGSO zudem verspielt, wenn die Beratung nicht bei den Betroffenen zuhause stattfindet. Die Beratung vor Ort bietet die Chance, die Lebenslage und Gesamtsituation besser einzuschätzen, die Wohnsituation und die Beschaffenheit des Wohnumfeldes einzubeziehen und notwendige Anpassungen sowie die Hilfsmittelversorgung für ein Weiterleben in der vertrauten Umgebung anzustoßen. Daher ist die Beratung zu Hause als Regelfall vorzusehen. "Die Betroffenen selbst müssen entscheiden können, wann sie die Beratung benötigen. Also auch, bevor Pflegebedürftigkeit geprüft oder festgestellt ist - so wie es das Gesetz auch ermöglicht. Darauf soll offensiv hingewiesen werden, auch auf die freie Wahl, diese Pflegeberatung zuhause durchzuführen", sagte BAGSO-Vorsitzender Franz Müntefering.

Pflegeversicherung - Ratgeber der Krankenkassen-Zentrale

Rund um die Pflegeversicherung werden Sie über den folgenden Link informiert. Enthalten sind u.a. hilfreiche Ratgeber-Checklisten zur Pflege sowie viele weitere Informationen.

www.krankenkassenzentrale.de/wiki/pflegeversicherung

Alltagsbegleitung und Nachbarschaftshilfe für Senioren

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat das Landesprogramm "Alltagsbegleitung für Senioren" aufgelegt. Es unterstützt Senioren ohne Pflegegrad und ermöglicht einen Verbleib in der Wohnung. Durch das Unterstützungsangebot der Nachbarschaftshilfe werden pflegebedürftige Personen daheim betreut und pflegende Angehörige entlastet.

→ Weitere Infos: www.alltagsbegleitung-sachsen.de

Betreutes Wohnen - Informationen bei der Krankenkassen-Zentrale

Neben einem Vergleich zwischen dem Betreuten Wohnen und dem Wohnen im Pflegeheim finden Sie über den folgenden Link eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Formen des Betreuten Wohnens sowie umfangreiche Informationen zur möglichen Kostenübernahme durch Krankenkassen und Versicherungen.

www.krankenkassenzentrale.de/wiki/betreutes-wohnen