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News

Datum:
06.11.2020 – 08:36

Autor:
Claus Püschel

Permalink

VOLKSSOLIDARITÄT Westerzgebirge e.V. gibt Pflegekräften aus Osteuropa eine Chance

VOLKSSOLIDARITÄT Spruchband
Seniorenzentrum der VOLKSSOLIDARITÄT Westerzgebirge e.V. in Aue

Pro Jahr werden mehr als 500 junge Menschen aus Albanien durch die DEKRA in Kooperation mit Kliniken und Pflegeeinrichtungen für den deutschen Arbeitsmarkt weitergebildet. Die Kosten für die Übersetzung von Dokumenten, für Übernachtungen im Internat der Bildungseinrichtung in Tirana und Prüfungen zahlen die Teilnehmer selbst. Dennoch ist das Interesse groß. In Albanien gibt es kaum Pflegeheime. Hilfsbedürftige alte Menschen werden dort von der Familie betreut. Deshalb sind viele Pflegefachkräfte arbeitslos.

Ohne ausländische Pflegekräfte ist hierzulande die Versorgung in Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Betreuung kaum mehr vorstellbar. Daher werden neue Wege der Rekrutierung von Arbeitskräften beschritten - auch bei der VOLKSSOLIDARITÄT, wie das folgende Beispiel zeigt:

Suela wurde in Albanien zur Krankenschwester ausgebildet und arbeitete in einer Klinik. Gegenwärtig ist sie als Hilfskraft im Seniorenzentrum Brünlasberg der VOLKSSOLIDARITÄT Westerzgebirge e.V. in Aue tätig. Nach einer Prüfung möchte sie gern als Pflegefachkraft weiter in Deutschland arbeiten, sieht für sich und ihre Familie hier die Chance auf eine bessere Zukunft und ein erfülltes Leben. Natürlich sind auch die Verdienstmöglichkeiten besser als zu Hause in Albanien. Deshalb entschied sich Suela für das Ausbildungsprogramm der DEKRA. Für die 32-jährige ist es keine leichte Entscheidung gewesen, denn in der kleinen albanischen Stadt Librazhd blieben ihr Mann und die sechsjährige Tochter zurück. Im Seniorenzentrum in Aue konnte sie eine kleine Wohnung anmieten. Wann immer es möglich ist, ruft sie nach ihrer Schicht zu Hause an. Sie leidet sehr unter der Trennung von der Familie.

Suela hatte kaum Vorstellungen von dem, was sie in Deutschland erwartet. Ihre gegenwärtigen Aufgaben im Drei-Schicht-System sind Hilfstätigkeiten beim Aufstehen, Waschen, Essen, Spazierengehen mit den Bewohnern, Hilfe beim Zeitung lesen.

Nach Bestehen der Fachkundeprüfung am Ausbildungsende ist Suela Pflegefachkraft und bekommt wesentlich mehr Gehalt. Damit würde das Familieneinkommen ausreichen, um die Familie nach Deutschland holen zu können. Als Nicht-EU-Bürger haben sie keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung.

Filmbeitrag ZDF 37 Grad v. 27.10.2020 Zwischen Job und Heimweh - Pflegekräfte aus Osteuropa