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News

Datum:
18.09.2020 – 12:09

Autor:
Claus Püschel

Permalink

VOLKSSOLIDARITÄT zum Weltkindertag

VOLKSSOLIDARITÄT Spruchband
Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der VOLKSSOLIDARITÄT

Der Präsident der VOLKSSOLIDARITÄT, Dr. Wolfram Friedersdorff, fordert die Bundesregierung zum Weltkindertag am 20. September auf, die Verankerung der UN-Kinderrechte ins Grundgesetz endlich voranzubringen.

"Die elementaren Schutz-, Fürsorge- und Beteiligungsrechte junger Menschen wurden zu Beginn der Corona-Pandemie durch die wochenlange Schließung nahezu aller kinder-, jugend- und familienrelevanter Orte, wie Kindertagesstätten, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Sportvereinen oder Spielplätzen nachweislich verletzt, obwohl Bund, Länder und Kommunen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet waren. Praktisch alle Entscheidungen und Maßnahmen der Politik seit März/April 2020 wurden ohne vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls vorgenommen. Kinder und Jugendliche wurden in diesem Zusammenhang weder ausreichend beteiligt noch in Entscheidungsprozesse einbezogen. In Krisensituationen wie dieser, muss den Kinderrechten im gesellschaftlichen und politischen Handeln mehr Bedeutung zugemessen werden."

Besonderes Augenmerk legt der Präsident zudem auf die prekäre Situation von Kindern und Jugendlichen in armen und von Armut bedrohten Familien, die besonders unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu leiden haben: "Angesichts spürbar gestiegener Kosten für Grundnahrungsmittel, zusätzlicher Ausgaben für notwendige Schutzkleidung und vor allem deutlich höherer Wohnnebenkosten infolge von Schul- und Kitaschließungen werden einkommensarme Menschen und ihre "Bedarfsgemeinschaften" massiv belastet und geraten zunehmend in Not. Gleichzeitig fallen wichtige Unterstützungsangebote weg oder sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Die betroffenen Familien verfügen zumeist über keinerlei Rücklagen oder brauchen diese – für wichtige Anschaffungen oder Ausbildung der Kinder angelegt – schnell auf, viele von ihnen zählen außerdem zu den sogenannten Risikogruppen. Neben materiellen Entbehrungen verstärkt sich dadurch auch die soziale Isolation."


Mit ihren rund 400 Kindertagesstätten, mehr als 200 Angeboten der Hilfen zur Erziehung und der Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit setzt sich die VOLKSSOLIDARITÄT tagtäglich für die Belange von Kindern und Jugendlichen ein. Ein Drittel aller Mitarbeiter/-innen des Gesamtverbandes arbeiten in und für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Der Verband engagiert sich seit Januar 2018 im Bündnis Kindergrundsicherung für die Einführung einer einkommensabhängigen Kindergrundsicherung, um Kinder und Jugendliche effektiv und dauerhaft aus dem Hartz-IV-Bezug zu holen und damit Kinderarmut aktiv zu bekämpfen.

Die VS unterstützt den Aufruf "Es reicht für uns alle – Demo gegen Kinderarmut" am 19. September in Berlin und fordert gemeinsam mit weiteren Organisationen und Einzelpersonen:

▪ die Einführung einer Kindergrundsicherung,
▪ die Anhebung des Mindestlohns,
▪ das Ende von Hartz IV-Sanktionen,
▪ die Anhebung des SGB-II-Regelsatzes,
▪ die Anerkennung von Fürsorgearbeit als Arbeit,
▪ die Abschaffung des Ehegattensplittings sowie
▪ eine gerechte Förderung von Familien, die die Bekämpfung von Kinderarmut zur Priorität macht

Quelle: VOLKSSOLIDARITÄT Bundesverband e.V.